Tschüs dann, Tauschbörsen

Der U.S. Supreme Court hat gesprochen, und zwar harsch:

“We hold that one who distributes a device with the object of promoting its use to infringe copyright, as shown by clear expression or other affirmative steps taken to foster infringement, is liable for the resulting acts of infringement by third parties.”

Und das trotz Fürsprache von Branchengrößen wie Intel, die finden, dass Peer-to-Peer auch sein Gutes hat. Nun wird eine Flut von Klagen die Filesharing-Netzbetreiber überschwemmen und wahrscheinlich schneller von der Bildfläche verschwinden lassen als so mancher hofft. Untergrund-Filesharing dürfte damit zwar nicht totzukriegen sein, aber zumindest Otto Normalsurfer wird urheberrechtlich geschützte Medien bald nicht mehr so leicht aus dem Netz saugen können wie bisher.

Allerdings blieb den höchsten Richtern auch kaum eine andere Wahl. Wenn es schon praktisch kaum Möglichkeiten gibt, der einzelnen illegalen Dateitauscher habhaft zu werden, dann muss man ihnen wohl oder übel die Werkzeuge entziehen. Und von dem Ganzen profitiert hoffentlich der Wettbewerb bei legalen Medien-Downloads.

5 Reaktionen zu “Tschüs dann, Tauschbörsen”

  1. Arno Nebauer

    Seltsam nur, daß ähnliche Urteile bei Schußwaffen ausstehen.

    Wenn man so bedenkt, daß allein in Chigago mehr Menschen erschossen wurden als im gleichen Zeitraum im Irak-Krieg amerikanische Soldaten, könnte man das erwarten.

    Aber inzwischen ist die vielgepriesene Demokratie mitsamt ihrer freien und unbestechlichen Justiz so vor den Hund gekommen, daß wir darauf lange warten können.

  2. Thomas Cloer

    Dazu hat Michael Moore in “Bowling for Columbine” eigentlich schon alles Nötige gesagt. Immer wieder grandios ist seine “Kurze Geschichte Amerikas“.

    Seltsam ist das weniger, das ähnliche Urteile ausstehen. Seltsam ist eher, dass das so wenige Leute seltsam finden…

  3. Carsten Langsdorf

    Was ist daran seltsam? Nicht “Demokratie” ist hier das entscheidende Stichwort, sondern “Kapitalismus” - Sinn macht, was Geld bringt, und das ohne Bedenken oder gar Rücksicht. Unter anderem deshalb sind Schußwaffen zumindest in den USA so leicht zu erhalten. Natürlich ist alles, was mit P2P zu tun hat, reines Teufelswerk, so lange man kein business damit machen kann.

  4. Thomas Cloer

    Mit Peer-to-Peer kann man schon Business machen - es gibt ja durchaus einige Companies, die das versuchen. Dumm nur, dass die meisten Nutzer dieser Technik eher eine Ich-will-alles-umsonst-Mentalität haben.

  5. Gisela Strauss

    Eine dritte Sicht: die der Musiker:

    Künstler wie Courtney Love, Tom Waits, Sinead O’Conor und Kate Bush finden, die Musik-Industrie schadet ihnen noch viel mehr als File-Sharing. Sinead und Kate vertreiben mittlerweile ihre Musik selbst.
    viele Grüße
    Gisela

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