Oracles CRM-Kurs: Aus fünf mach eins

Nachdem Oracle nun sein CRM-Portfolio um Siebel erweitert hat, rätselt man, wie die zahlreichen CRM-Produkte nun zusammenkommen. Ich sprach darüber mit Gartners CRM-Spezialisten Ed Thompson. Der ist der Meinung, dass Oracle langfristig wohl nicht mehrere CRM-Linien unterhalten wird. Eher dürften allenfalls bestimmte Elemente aus Oracle CRM und Peoplesoft CRM in die Siebel-Software einfließen.

Klar, noch ist viele Spekulation, doch lässt sich erahnen, dass Oracle wenig Interesse hat, alle fünf CRM-Linien langfristig weiter zu pflegen. Larry Ellison hat schließlich kund getan, dass Siebel die zentrale Rolle im CRM-Spektrum Oracles zufallen soll.

Aufgeben wird Oracle wahrscheinlich auch die .NET- und Websphere-Unterstützung. Wie Thompson vermutet, erscheint die für nächstes Jahr angekündigte neue Siebel-Plattform (”Nexus”) ohne Anpassungen an die Microsoft- und IBM-Umgebung.

Der Hersteller wird alles unternehmen, um sein Infrastrukturgeschäft (Datenbank und Applikations-Server) über das Applikationsgeschäft anzukurbeln. Bestehende Installationen auf DB2/Websphere und .NET wird man dulden und im Interesse des Kunden hoffentlich auch weiterhin pflegen. Unbeeinflusst vom Siebel-Kauf wird auch das Mammutprojekt Fusion nicht bleiben.

Eine Reaktion zu “Oracles CRM-Kurs: Aus fünf mach eins”

  1. Joern

    Für mich sieht das nach Harakiri von Oracle aus, denn mal ehrlich wer würde jetzt etwas Neues von denen kaufen? Eine Linie ist nicht absehbar und man wird für die nächsten Versionen immer auf einer Baustelle wohnen, egal was man hat oder kaufen möchte.

    Für Siebel-Kunden, die sich auf eine Strategie festgelegt hatten ist das ein herber Schlag ins Gesicht. Mit Open-Source wäre das nicht passiert

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