Oracle kommt den ERP-Kunden entgegen

Auf der Hausmesse Open World verkündete Oracle, die Wartung der ERP-Systeme von Peoplesoft und J.D. Edwards auf Wunsch auch über 2013 hinaus zu gewährleisten, falls Kunden nicht dem Willen des Herstellers folgend auf Project Fusion migrieren wollen. Solche soll es geben.

Noch überraschender ist, dass die künftigen, im Rahmen von Project Fusion entwickelten Business-Systeme auch auf IBMs Websphere laufen werden. Offenbar sollen auch die existierenden Applikationen einschließlich der E-Business Suite auf Websphere laufen.

Hier zeigt sich, dass es Oracle offenbar ernst meint mit dem Applikationsgeschäft. Bisher passte es nicht ins Weltbild des Herstellers, dass Kunden die Business-Lösungen auf anderen Plattformen als der von Oracle nutzen wollten. Künftig kann Oracle seine Applikationen an Websphere-Nutzer verkaufen und verbreitert damit den Absatzmarkt gewaltig. Dies nutzt auch allen ERP-Kunden der hinzugekauften Hersteller, deren Systeme bereits auf Websphere laufen.

Ferner denkt der Datenbankexperte darüber nach, den Support für Datenbanksysteme von Konkurrenten aufrecht zu erhalten, so dass Anwender der hinzugekauften Business-Applikationen ihre bestehenden Installationen nicht auf Oracle-Technik migrieren müssen.

Der Oracle-Chef tönte am Anfang der Peoplesoft-Übernahmeschlacht im Jahr 2003 ganz anders. Seinerzeit wollte Oracle die Weiterentwicklung der Peoplesoft-Produkte einstellen und Anwender auf die “better integrated E-Business Suite” migrieren.

Oracle bleibt aber gar nichts anderes übrig, sich auf die Kunden zuzubewegen. Viele der Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Nutzer betreiben ihre Systeme auf Datenbanken von IBM. Niemand kommt auf den Gedanken, ohne zwingenden Anlass das Datenbanksystem unter dem ERP-Systems gegen das eines Wettbewerbers auszutauschen. Dieser Satz - wenn auch nicht im gleichen Wortlaut - stammt übrigens from he himself Larry Ellison.

Die Milliarden an Dollar für die zahlreichen Übernahmen würden verpuffen, wenn enttäuschte oder auch nur verunsicherte Anwender den Applikationenslieferanten zu wechselten, weil er ihnen die eigene Infrastrukurlösung aufzwingen will. Bekanntlich gibt es hier Angebote von Konkurrenten.

2 Reaktionen zu “Oracle kommt den ERP-Kunden entgegen”

  1. Gregor Goller

    Erfreulich zu lesen, daß in funktionierenden Märkten der Nutzer, Verbraucher, Kunde doch noch Gehör finden kann.
    Um so wichtiger wird es sein auch in Zukunft, bei allen noch anstehenden Fusionen die Kräfte des Marktes zu erhalten.
    Es gilt eben immer noch der alte Spruch: “Konkurrenz belebt das Geschäft”

  2. Kate

    Der Oracle-Chef tönte am Anfang der Peoplesoft-Übernahmeschlacht im Jahr 2003 ganz anders. Seinerzeit wollte Oracle die Weiterentwicklung der Peoplesoft-Produkte einstellen und Anwender auf die “better integrated E-Business Suite” migrieren.

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