Die BSA mal wieder

Das bigotte Gejammere der Business Software Alliance (BSA) geht mir seit Jahren auf den Geist. Aktuell verkündet der Branchenverband unter anderem, mit zehn Prozent weniger Raubkopien könnten in Deutschland 115.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Nun, liebe BSA-Mitglieder: Dann tut halt endlich was gegen Raubkopien und schützt ALL Eure Produkte wirksam mit Kopierschutz, Produktaktivierung oder Dongles. Aber das wollt Ihr wahrscheinlich nicht wirklich — kostet Geld, schmälert die Margen, verringert den (effektiven) Marktanteil und ärgert die Nutzer.
Oder wie wär’s mal mit realistischerer Preisgestaltung? Nur ein Beispiel: Office 2003 von Microsoft gibt es bei Amazon.de in der Version für Schüler, Studenten und Lehrer (SSL) für €135,95 — kaufen kann man die im Übrigen ohne jeglichen Nachweis. Die vom Umfang her identische Standard-Version des Büropakets kostet dagegen an gleicher Stelle €499. Mein Vorschlag: SSL abschaffen und Office Standard an jedermann für €149 verkaufen. Ich wette, das bringt mehr Umsatz als der jetzige “Produktmix” aus Voll-, SSL- und illegal kopierten Versionen. Und weniger Raubkopien gäbe es auch, weil mehr Leute bereit wären, einen angemessenen Preis auch tatsächlich zu bezahlen.
Am 9. Dezember 2005 um 11:33 Uhr
Viel schlimmer finde ich in diesem Zusammenhang Photoshop CS2. Es gibt zwischen der preisgünstigen Consumer-Version Elements und der Profi-Version CS keine weitere Abstufung mehr. Für den Prosumer, der einige Features mehr haben will als Elements es bietet, bleibt nur der Aufstieg zu CS2. Diese hat allerdings wiederum ein prohibitives Preisschild. Ich denke, das da auch wesentlich mehr Lizenzen umgesetzt werden könnten, wenn dort die Software preisgünstiger wäre.
Am 9. Dezember 2005 um 13:20 Uhr
Marketing, so oder so
Das Anfertigen von Studien und das Verteilen derselben im Ramen groß angelegter Pressekampagnen ist Marketing. Und inhaltlich kann man dabei momentan in Deutschland wohl keinen dickeren Joker ziehen als den hier:
Eine Studie der BSA zeigt auf, welch…