Google auf Abwegen

Angesichts der Verhandlungen zwischen AOL und Google, die vermutlich in dieser Woche erfolgreich abgeschlossen werden, fragt man sich, welche Seite mehr profitiert. AOL hofft, mit der erfolgsverwöhnten Suchmaschine mehr Geld mit Internet-Werbung zu machen, da das klassische Abo-Geschäft zumindest in den USA rückläufig ist. Google ist meiner Meinung nach weniger an AOLs Business interessiert.

Bis auf die Anzahl an Kunden und die damit verbundene Reichweite im Internet hat AOL kaum etwas für Google zu bieten. Daher geht des der Suchmaschine darum, Microsoft fernzuhalten. Würde es Microsoft gelingen, sich bei der Time-Warner-Tochter einzukaufen, wären die Tage der Google-basierenden AOL-Suche sicher gezählt. Zwar steht bei AOL derzeit nicht alles zum Besten, doch noch immer ist die Firma der größte Internet-Service-Provider. Wer dort die Suchmaschine stellt, sichert sich üppige Einnahmen.

Die Strategen bei Time Warner hoffen, mit Google das realisieren zu können, was ihnen seit der Fusion mit AOL im Jahr 2000 nicht gelungen ist: Alle bei Time Warner produzierten Medien (Fernsehen, Filme, Nachrichten und Magazine) über das Web zu verbreiten. Google hat mit der Video-Suche, der lokalen Suche sowie den Maps eine Reihe von Features zu bieten, die sich für dieses Vorhaben nutzen lassen. Doch ob die Vermarktungsstrategie nur wegen der Technik nun von Erfolg gekrönt sein wird, darf bezweifelt werden.

Google sich selbst und seinen zahlreichen Nutzern keinen Gefallen, wenn künftig AOL-Inhalte auf der Suchseite präsentiert werden würden. Doch ob und vor allem wie es dazu kommt, steht noch nicht fest. Ich jedenfalls kann sehr gut darauf verzichten.

Eine Reaktion zu “Google auf Abwegen”

  1. Tommes

    Und was ist jetzt dabei herausgekommen AOLoogle?

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