Sicherheit - zu viel des Guten?
In letzter Zeit laufen in der Redaktion öfters Klagen darüber auf, dass die hohen Sicherheitsstandards in Unternehmen die Bewegungsfreiheit der User einschränken – möglicherweise in einem Maß, das kontraproduktiv ist. Extreme Sicherheitsrichtlinien werden definiert, Rechner abgeriegelt und überwacht, Emails über Gebühr gefiltert und überprüft, Websites gesperrt etc. Das soll nicht nur den Spaß an der Arbeit und die Kreativität der Leute beeinträchtigen; angeblich führt es auch dazu, dass bestimmte, potenziell interessante Projekte aufgrund von Sicherheitsbedenken gar nicht erst aufgesetzt werden (Killerargument Unsicherheit). Ist da was dran?
Am 2. Februar 2006 um 15:04 Uhr
“It’s all fun and games till someone loses an eye.” - Und keiner will es am Ende gewesen sein.
Ich habe einen Kunden, der nach meinen Nachforschungen durch “kreative” Arbeitsweise definitiv Aufträge in beträchtlicher Höhe (mindestens sechs-, eher siebenstelliger Bereich) verloren hat. Dort wanderten massenhaft Kundenanfragen in den digitalen Orkus, weil die kreativen Köpfe ihr eigenes Wirrwarr aus wild versendeten E-Mails von irgendwelchen bei Dritten gehosteten Web- und Datenbankservern nicht im Griff hatten. Hätte man sich an die “extremen” Sicherheitsbestimungen gehalten, die lediglich beinhaltet hätten, daß Mails mit einer gültigen Absenderadresse versendet werden müssen, wäre es dazu schonmal nicht gekommen.
Wenn es bei so einfachen Dingen schon zu massiven finanziellen Schäden kommen kann, wie sieht es dann erst bei diesen visionären Projekten aus, die man nicht aufsetzen kann, weil die Heulsusen von der Sicherheit alles kaputtmachen?
Am 3. Februar 2006 um 11:09 Uhr
Bei vielen Behörden obliegt die PC-Verwaltung nicht dem eigenen Amt, sondern ist outgesourced an landeseigene IT-Betriebe, die aber nicht immer lokal vor Ort sind. Meist besitzt das Amt gar keinen eigenen Admin-Zugriff auf den PC. Da können die tollsten Dinge passieren, wenn man als externer Dienstleister kommt:
- Patches können nicht eingespielt werden (CD-LW gesperrt)
- externe Geräte, die im Projekt vorgesehen sind, können nicht angeschlossen werden (USB gesperrt)
- Anhänge an Emails können nicht versendet oder empfangen werden.
Die Beispiele, die die Realität einem hier bietet, sind uferlos.
Am 13. Februar 2006 um 11:10 Uhr
Leider in vielen Fällen böse Realität. Der Sicherheitsgedanke, besonders bei amerikanischen Unternehmen, wird so “religiös” eingesetzt, daß der gesunde Menschenverstand aussetzt.
Weist man drauf hin, ist man sofort beleidigt.