Schock aus Redmond?

Jetzt ist es also offiziell: Microsoft wird Vista erst im Januar 2007 an Endkunden liefern. So what? Ich habe mich sowieso gewundert, dass irgend jemand ein Erscheinen noch dieses Jahr ernsthaft für möglich gehalten hat. Erinnern wir uns zurück: Ursprünglich war das Erscheinen des XP-Nachfolgers für 2004/2005 geplant. Dieser Termin wurde dann aber - nicht zuletzt als Reaktion auf die verstärkten Sicherheitsbemühungen (Stichwort “Trustworthy Computing”) - immer wieder nach hinten verschoben.

Ich persönlich erinnere mich noch gut an das allgemeine Schmunzeln, als Bill Gates auf dem IT-Forum 2004 in Kopenhagen des damals noch unter dem Codenamen “Longhorn” gehandelte Betriebssystem-Update nicht einmal mit einem konkreten Datum auf der Roadmap zeigte (bis dahin war Ende 2006 als Starttermin im Gespräch), sondern es lediglich unter dem Oberbegriff “Future” einordnete. Von da an habe ich nicht mehr an ein Erscheinen vor 2007 geglaubt.

Jetzt ist die Branche entsetzt: Oh mein Gott, statt zum Weihnachtsgeschäft kommt Vista erst ein paar Wochen später im Januar! Die Analysten sehen schon den PC-Markt zusammenbrechen, weil den Herstellern das lukrative Geschäft zum Jahresende entgeht. Die Börse, eh ein Sensibelchen, wenn es um nicht erfüllte Erwartungen geht, reagiert auch schon, heißt es.

Ich frage mich: What is the problem? Wer wirklich heiß ist auf den Windows-Nachfolger, der wird eben ein paar Wochen warten müssen. Das Geschäft verschiebt sich, aber es bleibt nicht aus. Die Early Adopters werden wie gehabt Schlange stehen, um möglichst schnell ein Exemplar von Vista zu ergattern. Nur eben nicht im Dezember, sondern im Januar. Und wenn ich PC-Hersteller wäre, würde ich meinen Rechnern in der Vorweihnachtszeit eben einen Upgrade-Gutschein beilegen und mir so das Überleben auch ohne Vista retten.

7 Reaktionen zu “Schock aus Redmond?”

  1. Peter Oberhofer

    Für was brauche ich Vista?

    Damit Microsoft noch mehr in meinem Rechner herumstöbern kann?

    Mein Computer gehört mir und keinem Hersteller.

  2. Frank Niemann

    Die Vista-Verschiebung ist doch nur ein Trick von Microsoft, damit die Leute sich keine neuen PCs sondern die Xbox zu Weihnachten kaufen - insbesondere, seitdem bekannt ist, dass die neue Playstation von Sony nicht pünktlich fertig wird :-)

  3. pascal

    Welcher Trottel würde sich überhaupt wegen eines neuen Betriebssystems einen neuen Rechner kaufen?! Wahrscheinlich die, die statt zu defragmentieren die Platte wechseln…

  4. Martin Seiler

    Ganz so heftig würde ich jetzt nicht argumentieren, es müssen nicht unbedingt Trottel sein. Ich kann schon nachvollziehen, dass jemand, der sich eh einen neuen Rechner kaufen will, mit der Anschaffung lieber wartet, bis er den PC mit dem neuesten OS kauft. Das ist ja in allen anderen Bereichen genauso. Und die Tatsache, dass man eine Festplatte defragmentieren kann, macht noch keinen zum Genie.

  5. lee.michel

    Wenn ich ein PC Hersteller wäre, dann würde ich die Rechner zum Weihnachtsgeschäft mit Linux ausstatten und einen Gutschein für VISTA Beilegen ! Die Chance, dass sich die Leute das VISTA noch holen halt ich für sehr gering, den meisten ist das zu viel Aufwand !
    Wenn das Linux funktioniert und für VISTA gibt es zu diesem Zeitpunkt sowieso noch zu wenig Applikationen, dann ist das für die PC Käufer kein Thema !
    Und als PC Hersteller lies sich da noch viel Geld sparen !

  6. AniGerm

    HI!!
    Also, wer wuerde den ueberhaupt noch Geld fuer ne Dose ausgeben?? Kauf nen Apple, und die Welt is heil…
    Mfg, AniGerm

  7. Teleworker

    Die weltweit vernetzten Linux-Entwickler haben Microsoft kräftig outperformed. Die Unfähigkeit Microsofts Windows Vista termingerecht auf den Markt zu bringen ist der Beweis, daß privatwirtschaftliche Einzelunternehmen - und sind sie auch noch so groß - nicht mehr in der Lage sind die Entwicklung der inzwischen immer komplizierter gewordenen Betriebssysteme zu bewerkstelligen.

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