IBM schluckt SAP - immerhin ein schönes Gedankenspiel
Das ist jetzt wirklich mal ein Gerücht, das die Phantasie anregt: In den USA geht die Spekulation um, IBM sei daran interessiert, sich SAP einzuverleiben. Ich kann es mir kaum vorstellen, soviel vorweg. Zum einen dürfte SAP m. E. alles daran setzen, eine solche Übernahme zu verhindern. Zum anderen würde IBM von seinem eisernen Grundsatz abweichen, keine Business-Applikationen anzubieten.
Zumindest für IBM wäre dieser Zusammenschluss aber gar nicht so blödsinnig. Warum? Big Blue ist nach wie vor solide aufgestellt, die Kassen sind prall gefüllt - aber die Geschäfte liefen schon mal besser, und aus Sicht der Aktionäre hält sich die Kursphantasie in Grenzen. Die Konzentration auf das Servicegeschäft wird derzeit wieder ein wenig zurückgenommen. Im vierten Quartal 2005 ging der Umsatz hier um fünf Prozent zurück. IBM hat offenbar erkannt, dass die Zeit der ganz großen Deals vorbei ist. Außerdem sind die Gewinnmargen dünn und die Abschlüsse oft riskant.
Also positioniert sich das Unternehmen wieder verstärkt als Technologiekonzern. Deutschland-Chef Johann Weihen hat es erst vor ein paar Wochen im CW-Interview bestätigt. Dazu aber müssen Produkte her. Big Blue hat davon jede Menge, aber auch hier fehlt die Wachstumsphantasie. Das Hardwaregeschäft wird vom Commodity-Effekt eingeholt, an Intel- und AMD-Kisten lässt sich auf Dauer nicht mehr so viel verdienen. Der Softwareumsatz lag im letzten Quartal lediglich auf Vorjahresniveau.
Angesichts der gravierenden Veränderungen im Markt für Enterprise-Software - Stichwort Service-orientierte Architekturen (SOA) - stellt sich die Frage, ob IBM es sich leisten kann, weiterhin allein auf seinen Websphere-Middleware-Stack zu vertrauen und das Geschäft mit Business-Applikationen den Rivalen SAP, Microsoft und Oracle zu überlassen. Diese Anbieter basteln ebenfalls an ihrem Software-Ökosystem und schicken sich an, in IBMs Websphere-Revier zu wildern. Und sie haben das, worauf es am Ende ankommt: die Anwendungen.
Am 6. April 2006 um 22:28 Uhr
Vor allem könnten die beiden Firmen Synergien nutzen - IBM liefert die Infrastruktur, SAP konzentriert sich auf die Business-Applikationen. NetWeaver und WebSphere lassen sich ja durchaus vergleichen (zumindest was den Java-Stack anbelangt)…
Am 26. Februar 2008 um 15:49 Uhr
ist es wirklich so IBM sei daran interessiert, sich SAP einzuverleiben. Ich kann es mir kaum vorstellen..Vor allem könnten die beiden Firmen Synergien nutzen - IBM liefert die Infrastruktur, SAP konzentriert sich auf die Business-Applikationen. ich weis nicht wirklich wie ich es wieter bewerten soll ob ich es gut oder schlecht heißen soll wen es wirklich so kommen würde!!!!