Wer IT sagt, muss Business denken
Die meisten CIOs sehen sich heute eher auf der Business- als auf der Technologieseite. Wobei einige diesen Schritt nur halbherzig vollzogen haben. Mitunter klingt es eher wie ein Lippenbekenntnis, wenn sie davon sprechen, dass man Verständnis haben müsse für die “Schmerzen des Business”. Manchmal beschleicht einen der Eindruck, dass diese CIOs aufgegeben haben. Sie halten zwar eine Management-Position, sind aber der Rolle des klassischen IT-Leiters verhaftet, der immer schon dafür gesorgt hat, dass die Infrastruktur funktioniert. Er hat die Rechner- und Netzkapazität angepasst und die fälligen Release-Wechsel der Software ordentlich geplant und ausgeführt. Aber im Grunde sieht er die Geschäftsseite als etwas Störendes an oder gar als Feind. Dann nämlich, wenn sie das Budget kürzt oder Anpassungen in zu kurzer Zeit verlangt.
Doch auch die CIOs, die sich auf der Geschäftsseite sehen, interpretieren Business unterschiedlich. Die einen verstehen Business-Orientierung als eine bestimmte Herangehensweise an die IT. Sie versuchen sie wie eine ganz normale Geschäftseinheit zu managen. Dabei stehen jedoch Budget- und Kostenüberlegungen im Vordergrund, strategisches Denken kommt dabei oft zu kurz. Die alles treibende Frage lautet: Wie viele der gestellten Anforderungen können erfüllt werden, ohne den gesteckten Budgetrahmen zu überschreiten? Diese CIOs sind ewig Getriebene. Das Geld ist einfach immer zu knapp bemessen, um einerseits den ständigen Optimierungshunger der Fachbereiche zu befriedigen und andererseits einen reibungslosen Betrieb der Infrastruktur und der Kernapplikationen sicherzustellen. Aus diesem Dilemma resultieren eine ständige Unzufriedenheit der Fachabteilungen mit der IT und eine mit der Zeit immer tiefer greifende Frustration auf der IT-Seite, die sich aus dem strukturellen Unvermögen nährt, den Anforderungen der Business-Seite gerecht zu werden.
Richtig verstandene Business-Orientierung weist mehr Facetten auf als Budget und Kosten. Sie hat vor allem nichts mit der Verleugnung der Technik als Enabler oder Treiber zu tun. Sie speist sich sogar aus diesem Anspruch. Nur wird nicht mehr gefragt, was Technologie kann, sondern wie sie sich einsetzen lässt, um das Geschäft zu unterstützen oder neue Möglichkeiten zu erschließen.
Am 16. Mai 2006 um 08:26 Uhr
„Wer IT sagt, muss Business denken“: Wie war! Das gilt aber, mit Verlaub gesagt, nicht nur für CIOs, die von Herrn Witte in den Mittelpunkt seiner Kolumne in der CW vom 5.05.2006 gestellt werden, sondern selbstverständlich auch für deren „Informanten“ wie u. a. die Computerwoche! Und genau da zeigt sich aus meiner langjährigen Erfahrung die quasi Schizophrenie seiner These: Denn in der IT-Fachpresse, wie z.B. in der Computerwoche, lesen die CIOs doch fast ausschließlich Beiträge über IT, aus der Perspektive der „Bits und Bytes“ sozusagen.
„Business denken“, wie Herr Witte zurecht fordert, bedeutet aber unternehmerisch denken, heißt Probleme deduktiv lösen, von der Zielsetzung her betrachtet, wie man das z.B. unserer neuen Bundeskanzlerin attestiert!
Was in der IT-Darstellung seit mehr als 40 Jahren indes stattfindet ist eine Berauschung an „Technologie-Funktionalitäten“, ist „IT-Technologie-Narzismus“: Ist eine induktive Darstellung der IT-Welt. Das führt in seiner Konsequenz zu der Frage warum das so ist?
Und die Antwort ist leider so einfach wie banal: Weil induktive Lösungen sowohl zu finden als auch darzustellen viel einfacher ist als deduktive, weil „IT“ zu kommunizieren viel einfacher ist als „Business“.
Und damit biegen wir auf die „Zielgerade des Themas“ ein, die den Namen tragen könnte: „Business-Kennzahlen“, „IT-Nutzen-Maßstäbe“. Um es mit den Worten der größten Computerzeitschrift der Welt, der Computerword zu formulieren, die bekanntlich die „Mutter“ der Computerwoche ist: „To use a few well chosen yardsticks, instead drowning in a sea of 500 datapoints“! Da kann man als Fachmann nur sagen: “Gut gebrüllt Löwe“! In der Realität angekommen zeigt sich dann allerdings, dass auch die Computerword immer noch keine „well chosen yardsticks“ hat zutage fördern können, obwohl sie sich unseres Wissens seit 1988 intensiv darum bemüht. D.h. also offensichtlich: „Als Löwe abgesprungen und als Bettvorleger gelandet“. Oder versachlicht: IT-Darstellung ist Handwerk, (IT-) Business-Darstellung dagegen ist Kunst!
Zur moralischen Legitimation dieser zum Teil harschen Kritik sei abschließend noch angemerkt, dass der Verfasser dieser Ausführungen seit etwa 2 ½ Jahrzehnten an der Lösung eben dieser Herausforderung arbeitet und seines Wissens als Einziger bisher einen deduktiven Lösungsansatz zur IT-Unternehmens-Nutzen- oder IT-Business-Darstellung zustande gebracht hat: Mit ihm lässt sich „mit nur einem einzigen Maßstab“ die „Business“-Frage beantwortbar machen: „Wie viel Geld sollte ein Unternehmen für seine Informationsverarbeitung ausgeben?“, vom realisierbaren, ROI-legitimierten IT-Unternehmens-Nutzen-Potential her betrachtet, versteht sich. Für Interessierte nachzulesen im Web unter http://www.is-oc.com.
Am 17. Mai 2006 um 01:06 Uhr
Wenn sich die Hardware als eine Art “web service”
jederzeit beliebig “per Excel-Sheet” zusammenstellen und managen läßt,
wird sie dem Tempo, mit dem sich ein (Software-) Businessplan erstellen
und anpassen läßt, folgen können.
Alles andere bleibt Frust.