Befreit SAP die Kunden vom Sapgui?
Nun hat auch SAP begriffen, dass Anwender zwar die Backend-Funktionen der Walldorfschen ERP-Landschaft schätzen, nicht aber das Frontend in Gestalt des Sapgui. Unter dem Namen “Project Muse” entsteht eine Browser-Oberfläche, die die Eigenschaften eines fetten Clients haben soll.
Anwender sind von ansprechenden Interfaces aus dem Web verwöhnt, die dank Ajax nicht mehr die Beschränkungen von Browser-Schnittstellen aufweisen. Manche Web-Frontends sind von Desktop-Programmen kaum noch zu unterscheiden. Da passen proprietäre Desktop-Programme wie Sapgui nicht mehr ins Bild.
Das Konzept von Project Muse leuchtet ein, denn Anwender nutzen ERP-Funktionen nicht mehr nur an einem Rechner am Arbeitsplatz, sondern auch über mobile Geräte. Außerdem ließe sich die Navigation in der Business-Software auf diese Weise viel benutzerfreundlicher gestalten – wobei dies allerdings noch zu beweisen ist. Anwender wollen sich nicht mehr durch Menüs hangeln, sondern rasch auf für ihre Aufgaben erforderliche Funktionen zugreifen. Offenbar haben die bisherigen Entwicklungen der SAP in diese Richtung in Form der Portaltechnik nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Freuen dürften sich auch die Administratoren, die keine proprietäre Sapgui-Software mehr auf Arbeitsplatz-PCs verteilen beziehungsweise diese aktualisieren müssen.
Wie gute Web-Interfaces im ERP-Umfeld aussehen können, haben zahlreiche Konkurrrenten vorgemacht. Möglicherweise schafft SAP langfristig den Wildwuchs an Frontend-Optionen ab (Sapgui, das Frontend von CRM On-Demand, Frontend von Business One, Duet und Portal/Webdynpro - hab´ ich einen vergessen?) und schickt dafür ein einheitliches Interface (Project Muse) ins Rennen.