RSA passt zu EMC
Dieser Einkauf war vielleicht ein bisschen teuer, aber stimmig. Wenn EMC für den Si-cherheitsspezialisten RSA 2,1 Milliarden Dollar zahlt, dann beläuft sich der Kaufpreis auf das Siebenfache des Jahresumsatzes. Das ist gerade bei einem Unternehmen, das in den vergangenen Quartalen nur verhaltene Wachstumsraten vorweisen konnte ein stattliches Aufgeld.
Sinn ergibt die Übernahme aus zwei Gründen: RSA passt zum Ausbau des Security-Geschäfts, das EMC-Chef Joe Tucci neben den Bereichen VMWare, Content-Management und Storage Virtualisation über eine Milliarde Dollar Umsatz pro Jahr hieven will. Außerdem stellt der Sicherheitsansatz von RSA den Schutz der Daten selbst durch Verschlüsselung und die Zugriffsregelung auf diese Daten durch Authentifizierung in den Mittelpunkt.
Damit unterscheidet sich die Company von anderen Security-Anbietern wie Symantec, Verisign oder Microsoft, die den Schutz vor Hackern und bösartigen Programmen durch Firewalls, Scanner und Intrusion-Prevention-Systeme realisieren. Der RSA-Ansatz passt zur EMC-Strategie, in deren Mit-telpunkt inzwischen der so genannte Information Life Cycle steht, der wiederum die Bereiche Content-Management, den Schutz und das Speichern und Archivieren dieser Inhalte umfasst. EMC beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Frage, wie Unternehmen ihre wertvollen Daten und Informationen verwalten – unabhängig davon, ob dafür Hardware, Software oder Services notwendig ist. Das hat eine nachvollziehbare Logik. Anwender hätten den Vorteil, ihre Informationsverwaltung aus einer Hand beziehen zu können. Die aggressive Akquisitionsstrategie – 22 Unternehmen seit 1998, sechs davon allein in diesem Jahr – folgt bis auf eine Ausnahme dieser Ausrichtung.
Nicht ganz ins Bild passt VMWare. Mit dem gleichnamigen Produkt der 2004 übernommenen Company lassen sich unter Windows und Linux mehrere virtuelle Rechner auf einer Maschine installieren. Das hat den Vorteil der besseren Kapazitätsausnutzung und der höheren Sicherheit. Zwar lässt sich auch diese Funktion mit etwas gutem Willen den beiden Geschäftsfeldern Sicherheit und Virtualisierung zuschreiben, aber die Tatsache, dass Tucci VMWare als eigenes Geschäftsfeld ausweist, spricht dafür, dass es auch für EMC aus dem selbst gesteckten Rahmen des Information Life Cycle Managements fällt. Deshalb stellt sich die Frage, ob EMC es wirklich schafft, das “artfremde” VMWare wie ange-kündigt über die Milliardenschwelle zu heben.
Fest steht jedenfalls eines: Wenn Tucci weiter in dem Tempo Unternehmen aufkauft, muss er peinlichst darauf achten, die Definition von Information Life Cycle Managament nicht zu weit zu fassen. Sonst fehlte das gemeinsame Dach und damit die Nachvollziehbarkeit für die Kunden. Die Akquisitionen würden zu einem Bauchladen führen und nicht zu einer klar gegliederten Company.
Am 11. Juli 2006 um 21:49 Uhr
Geht es denn bei so einer Aquisition wirklich im Know-How? Klar erbt man ein paar Cryptologen, einige Patente, aber im wesentlichen doch jede Menge Artfremdes Business (ein Sammelsurium von der CA bis zur AAA Hardware).
ILM ist ein viel zu weites Feld um es mit einem Unternehmen abzudecken. Bleibt also nur eine grosse Tüte voll Kunden (deren Loyalität zweifelhaft ist)
Gruss
Bernd