Des Kaisers neuer Client

Es geht um Combots, den liquiden Rest von Web.de: Die Firma hat heute eine Software vorgestellt, die die zwischenmenschliche Kommunikation revolutionieren soll. Irgendwie mit Avataren statt Buddy-Namen und Drag and Drop. Als Wirtschaftsjournalist (über den n-ten Bildungsweg) kapiere ich nicht auf Anhieb, was die Software alles kann. Und was sie soll. Aber ich kann inzwischen Aktienkurse im Internet finden: Aktuell hat das Combots-Papier knapp zwölf Prozent an Wert verloren.
Ist das Tool bereits Web 2.5, und niemand hat’s kapiert?
Am 13. Juli 2006 um 13:48 Uhr
habe die Meldung zwei mal gelesen. Kapiert habe ich’s auch nicht. Führe das auf fortgeschrittenes Alter zurück. Denke mal, entweder völlig genial, aber nichts für mich. Oder völliger Schwachsinn, dann auch nichts für mich. Werde die Berichterstattung aber sicher weiter verfolgen….
Am 13. Juli 2006 um 15:37 Uhr
Live aus KA
Combots lüftet heute das Geheimnis, was sie mit dem Geld aus dem Verkauf von Web.de gemacht haben. Eine etwas nebulöse Pressemitteilung ist schon draußen. Djure Meinen bloggt live (wenn er nicht des Saales verwiesen wird). Nachtrag: So, jetzt wisse…
Am 14. Juli 2006 um 10:42 Uhr
habe auf die Webseite geklickt und komme zu dem Schluß, dass wir es hier mit SKYPE NG (Next Generation) zu tun haben. Ein Messaging-Tool, intuitiver als nur das Skype-Fenster, somit einfacher i.d. Bedienung und scheinbar (angeblich) mit entsprechender Security ausgestattet … könnte durchaus interessant sein …
Am 14. Juli 2006 um 10:49 Uhr
Ich habe gerade einen Beitrag zum Combots gelesen es geht im Instand Messenger der neuen Art was nur heisst das man alte Idee aufpoliert hat. es gab ansätze auch Datein usw serverbasiert zwischen zu speichern wenn ein Empfänger nicht erreichbar ist. die heutigen Plattenpreise scheinen diese Idee wahr werden zu lassen. D&D kennt heute jeder macht jeder warum sollte ein Mesi denn das nicht beherrschen.
Am 14. Juli 2006 um 11:09 Uhr
Ich halte es für einen strategischen Fehler, zwischen der Informationsoffensive und dem Produktlaunch im September soviel Zeit verstreichen zu lassen, in der die Spekulationen ins Kraut und die Aktienkurse im Gegenzug ins Tal schiessen können.
Die Produktankündigung hätte nach meiner Meinung sinnvollerweise mit dem Launch der Basisversion zusammen stattfinden müssen.
Greifen und begreifen wären so Hand in Hand gegangen.
Aber vielleicht werden uns die Profis von combots ja noch eines Besseren belehren.
Am 14. Juli 2006 um 18:05 Uhr
Naja, für einen bestimmten Nutzerkreis soll die Software ja schon bald verfügbar sein, mit diesen Nutzern kann man bis zum weltweiten Start vielleicht noch ganz gut Erfahrungen sammeln, deswegen ist dieser “zweistufige Start” wahrscheinlich garnicht so dumm. Andere Deklarieren ihre Produkte eben als Beta und starten mit ebenfalls Invite only und da meckert auch keiner.
Ob das Teil nun ein Erfolg wird oder nicht vermag ich bislang nicht zu beurteilen, mir ist es vermutlich zu nervig, zumindest demnach, was ich bisher davon gesehen und vor allem gehört hab.
Am 15. Juli 2006 um 20:37 Uhr
Ich finde es auch etwas unglücklich, dass die “Masse” bis 01.09.2006 warten muss um ComBOTS zu nutzen.
Andererseits sind dies gerade mal 6 Wochen und vermutlich wäre der Kundenansturm so enorm groß gewesen, dass man mit der sechswöchigen Einschränkung der Kundenzahl einfach nur auf “Nummer Sicher” gehen wollte. also quasi die Kundenbewältigung an Hand von wenigen Zehtausend Neukunden binnen der ersten Wochen schon einmal zu trainieren.
Auch der Personalstand ist bei ComBOTS noch immer nicht auf dem notwendigen Niveau angelangt, so dass dieser Zwischenschritt nötig wurde.
Das Produkt selber ist so schön, dass ich es uneingschränkt meinen Kunden Nahe legen werde, es zu nutzen. Selbst wenn diese es nur privat nutzen, habe ich als Unternehmensberater meinen Job gut gemacht, weil meine Kunden durch ComBOTS schlicht und ergreifend Zeit gewinnen welche für die meisten Menschen heute oft unbezahlbar ist.
Der Mehrnutzen besteht zum einen in der enormen Anwenderfreundlichkeit und zum anderen in sinnvollen Erweiterungen, wie Übermittlung von
1) sehr großen Datenvolumen (DSL vorausgesetzt)
und
2) Übermittlung von Daten auch an nicht anwesende Personen.
Unternehmerisch gesehen spräche selbst dann nichts gegen einen Markteintritt, wenn das Produkt nicht derartig ausgeprägte Wettbewerbsvorteile aufweisen würde. Täglich dringen verschiedenste Unternehmen mit Produkten auf den Markt, um ein Stück vom “Kuchen” in form von Marktanteilen zu gewinnen. Bei ComBOTS scheint allerdings ein Flop durch die Vorteile und abgrenzungen zu “angrenzenden” Mitbewerbern nahezu ausgeschlosen.
Außerdem ist ComBOTS ein Produkt zum verlieben und in meinen Augen nicht nur für Teens und Twens, sondern wird auch erstaunlich hohe Marktanteile bei den älteren Generationen erzielen. Man denke hier nurmal daran, mit welcher Freude die Großeltern mit Ihren Enkeln 3D animierte Filme im Kino ansehen … - oft trennen solche zwischenmenschlichen Kontakte über Generationen hinweg technisches Verständnis und technische Einfachheit.
Durch ComBOTS werden auch Oma und Opa gerne mit den Enkeln online kommunizieren und stolz Ihren Enkeln den neu erworbenen Charakter präsentieren.
Schauen wir mal, wie lange es dauert, bis die Masse diese Erkenntnisse umsetzen kann. Tun wird sie es bestimmt - früher oder später.
Am 4. September 2006 um 10:04 Uhr
[…] So, nun wissen wir langsam, woher der Wind weht. Ich hoffe wirklich, das Ding floppt so gnadenlos wie ich es mir erwarte. Sonst verzweifle ich noch mehr an der Menschheit, als ich das eh schon tue… […]
Am 31. Januar 2007 um 18:25 Uhr
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Regards, Paul