Wie viel SaaS wollen Microsoft und SAP?

Als Reaktion auf Anwendungsvermieter wie Salesforce.com haben die großen Anbieter von Unternehmenssoftware eigene Mietangebote geschnürt. Noch ist aber nicht klar, ob sie diese Offerten nun als reine Vorwärtsverteidigung zum Schutz des klassischen Softwaregeschäfts betrachten, oder wirklich als einen weiteren Absatzkanal für ihre Produkte ansehen.

Zumindest bei SAP scheint die Verteidigung des Lizenzgeschäfts im Vordergrund zu stehen. Man spricht über das Produkt “CRM On-Demand” als andere Form, Software auszurollen, und zwar für Kunden, die bereits SAP-Software nutzen. Wie gut dieses Konzept bei den Anwendern verfängt, spiegeln die “zahlreichen” Vertragsabschlüsse für CRM On-Demand wieder. Gerade einmal zwei Referenzkunden aknn der Konzern seit Frühjahr 2006 präsentieren. Über die Gesamtzahl seiner On-Demand-Kunden schweigt der Konzern beharrlich. Die Walldorfer bieten On-Demand an, weil es Konkurrenten auch tun und man dem Kunden offenbar was bieten muss. Sie rechnen fest damit, dass Anwender ihrer On-Demand-Lösungen später auf das On-Premise-Produkt umsteigen – SaaS also verkaufsfördernde Maßnahme für Software. Mehr scheint hinter dem Konzept nicht zu stecken.

Microsofts On-Demand-Aktivitäten wirken zumindest ambitionierter als die der SAP. Einerseits sollen Partner Geschäftsapplikationen im Hosting anbieten (also SaaS über den indirekten Kanal), und zwar nicht nur CRM- sondern auch ERP-Programme. Andererseits wird es im nächsten Jahr eine “Live”-Version von Microsoft CRM geben. Über das Live-Portal, das Microsoft selbst betreibt, sollen sich Kunden einmieten können. Wie viel Umsatz der Konzern mit der Vermietung und wie viel mit dem traditionellen Verkauf von Software machen will, verschweigt er jedoch. Auch hier rechnen (und hoffen) die Strategen, dass On-Demand-Kunden später auf ein On-Premise-Produkt umsteigen.

Es kann kaum im Interesse von SAP und Microsoft sein, viele Kunden für ihre SaaS-Angebote zu gewinnen. Warum? Ein SaaS-Vertrag ist schnell gekündigt, den Wechsel einer in der eigenen IT-Umgebung betriebenen Software überlegen sich Firmen zweimal. Somit sind On-Premise-Kunden zwangsläufig treuere Kunden.

Einen Kommentar schreiben


Close
Powered by ShareThis