Second Life, second schick

Second Life Startbildschirm

Fast jeder redet dieser Tage über die virtuelle Welt Second Life. Die meisten Zeitgenossen registrieren mit größtem Erstaunen, dass diese zweite Welt sich den gleichen ökonomischen Gesetzen unterwirft, wie die reale. In SL kann man mit dem nötigen Kleingeld (in Linden-Dollar) kaufen, was das Herz begehrt, Musik, Informationen, Klamotten, Häuser und sogar Inseln. Die Alter Egos der Spieler (Avatare) lassen sich zudem mit Eigenschaften aufpeppen, die zu erwerben in der realen Welt zumindest anstrengend, wenn nicht gar unmöglich sind. Inzwischen gründen dem Zeitgeist fröhnende Unternehmen vermehrt Dependancen in der virtuellen Welt, testen dort ihre Produkte oder verkaufen sie gegen die einheimische Währung (1 Linden-Dollar=270 US Dollar). Inzwischen gibt es sogar die erste “Dollar-Millionärin”. Die Deutsch-Chinesin Ailin Gräf hat als SL-Immobilienmaklerin Anshe Chung aus 9,95 US-Dollar, die sie vor zweieinhalb Jahren investierte, inzwischen mehr als eine Millionen US-Dollar gemacht. Inzwischen ist die SL-Volkswirtschaft laut Financial Times Deutschland rund 60 Millionen Dollar groß und wächst monatlich um 15 Prozent. Dahinter bleibt sogar China zurück :-))

Dass ökonomische Regeln auch in der virtuellen Welt gelten, ist allerdings weder erstaunlich noch neu. In vielen Game-Communities werden schon seit langem Eigenschaften und Attribute von Spielfiguren gegen echtes Geld gehandelt. SL ist lediglich die erste virtuelle Welt, von der jeder Erwachsene zugeben kann, dass er sie (regelmäßig) besucht, ohne als Außenseiter zu gelten. Im Gegenteil, SL ist schick, wer drin ist, gilt als Trendsetter. Erstaunlich ist vielmehr, wie wenig perfekt diese virtuelle Welt sein muss, um zu faszinieren. Jeder Ego-Shooter ist besser animiert. Die SL- Avatare und die sie umgebende Welt wirken grob virtuell, so als wenn auf Realitätsnähe absichtlich nicht allzu viel Wert gelegt werden würde. Ich bin wirklich gespannt, ob SL auch andere virtuelle Welten für Erwachsene hoffähig macht oder ob es eine vorübergehende Erscheinung bleibt.

3 Reaktionen zu “Second Life, second schick”

  1. dRafi

    what is the matrix…?

  2. Steffen

    Das Second Life Portal http://www.sl-inworld.com/ versteht sich als Reiseführer und Szenemagazin für alle die, die schon einen Avatar im Paralleluniversum Second Life haben und auch die, die eben keinen haben (und vielleicht auch gar nicht haben wollen). Im Stil eines Cyber-Journals gibt es News und Gerüchte, Vorstellungen und Interviews. Wirklich schön gemacht und ein gelungener Einstiegspunkt für alle, die später am Stammtisch nur mal ein wenig mitreden wollen.
    Quelle: Handelsblatt - http://blog.computerwoche.de/2006/11/28/second-life-second-schick/

  3. loss

    My god u kept me entertained.

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