SoftM sammelt weiter: nun Semiramis

Der in München ansässige Anbieter hat erneut einen konkurrierenden ERP-Hersteller gekauft. Das bereits unterbreitete Kaufangebot für den insolventen Anbieter haben die Gläubiger akzeptiert. Nun darf spekuliert werden, wie SoftM das Java-basierende Produkt in das eigene Portfolio integriert. Fragen gibt es viele: Semiramis ist in ähnlichen Kundengruppen (unter anderem Handel, Lebensmittel) unterwegs wie SoftM mit Greenax. Der SoftM-Vertrieb jedenfalls betrachtete schon vor der Insolvenz Semiramis als Wettbewerber für das hauseigene Greenax.

Was will man denn den Kunden künftig anbieten? Und zwar nicht nur den Neukunden, sondern auch den Bestandskunden der Iseries-basierenden Lösungen. Greenax sollte nach bisheriger Definition zunächst für Firmen im Handel und später auch für Unternehmen aus der Prozess- beziehungsweise Lebensmittelindustrie angeboten werden und somit einen Migrationspfad auch für die Nutzer der SoftM Suite und andere Softwareprodukte darstellen. Doch welche Rolle soll dabei Semiramis spielen? Es dürfte auf lange Sicht wenig Sinn machen, zwei ähnliche Lösungen für sich überlappende Zielbranchen zu pflegen. Will SoftM nicht nur einige Entwicklungen, Bestandskunden und das Know-how behalten, sondern Semiramis als eigene Produktlinie weiterführen, müsste das Softwarehaus den Branchenfokus des gekauften Produkts schärfen. Die Frage ist allerdings, wieviel Geld die Münchner bereit sind, dafür in die Hand zu nehmen. Zumindest die technische Weiterentwicklung dürfte nicht so schwierig werden, da ja beide Produkte auf Java aufsetzen.

Wie Greenax fehlt auch Semiramis eine eigene Buchhaltung. Bisher stellt SoftM einen Server mit der Fibu der SoftM Suite neben das Greenax-System. Zur CeBIT 2007 soll ein eigenes Buchhaltungsmodul für Greenax folgen. Diese Java-Komponente könnte dann prinzipiell auch in Semiramis eingebunden werden. Derzeit installieren Semiramis-Kunden eine separate Buchhaltung zum Beispiel von Varial.

Was auch immer die Produktstrategie bringt: Auf alle Fälle kauft sich SoftM eine Reihe von Kunden, die Semiramis bereits nutzen oder dabei sind, das Produkt einzuführen. Darin hat das Unternehmen Erfahrung: Bereits in der Vergangenheit hatte der Anbieter die Firmen mit Schilling Software und DKS Softwarelösungen nebst Kundschaft erworben.

Eine Reaktion zu “SoftM sammelt weiter: nun Semiramis”

  1. Dieter Mähl

    ….auf alle Fälle sind die Kunden wichtig. Mitarbeiter setzt man vor die Tür.

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