Open Source, die neue Bananensoftware?

Da hier sonst offenbar keiner mehr schreiben will, mach ich mal wieder was (bin derzeit ja zusammen mit Jake eher auf dem Messeschnellweg unterwegs): Unser werter Ex-Kollege Wolfgang Miedl lässt sich in seinem Blog über die Unsitte von Hightech-Firmen aus, die Entwicklung von Software unter dem Deckmäntelchen Open Source auf die Community abzuwälzen:

Auf diese Weise gewinnt der Begriff Bananensoftware eine ganz neue Bedeutung: Während im alten Verständnis der Hersteller dem Kunden gegenüber stets in der Bringschuld in Form nachgeschobener Updates stand, werden nun Hol- und Bringschuld auf den Kunden abgewälzt. An die Bastler unter den Kunden fällt die Aufgabe, den freigegebenen Quellcode […] bitteschön weiterzuentwickeln, die Nicht-Programmierer können sich auf die Suche nach einer geeigneten Aktualisierung machen. Und der Hersteller ist fein raus, da er ja auf offene Standards setzt und der Open-Source-Szene so eine schöne Spielwiese zur Vefügung stellt.

Tja, da hat er wohl Recht, der gute Wolfgang. Oder?

7 Reaktionen zu “Open Source, die neue Bananensoftware?”

  1. martin

    Im genannten Zusammenhang hat er recht, aber der daraus konstruierte Zusammenhang “OpenSource = Banansoftware”, der sowohl hier als auch dort die Überschrift ausmacht, ist eine Frechheit sondergleichen.

  2. Thomas Cloer

    Polarisieren provoziert Kommentieren. QED.

  3. Wolfgang Miedl

    @martin: “OpenSource = Banansoftware” hat niemand geschrieben, weder ich im ursprünglichen Blogeintrag noch Thomas, der ja ein Fragezeichen dahintergestellt hat.
    Mich wundert etwas der erzürnte Tonfall - liegt’s daran, dass hier eine heilige Kuh angetastet wird?
    Fakt ist - und um nichts anderes geht es mir - dass viele Geschäftemacher das positive Open-Source-Image für Trittbrettfahrer-Marketing nutzen und dabei auch noch versuchen, Lasten auf den Kunden abzuwälzen.

  4. firefox

    Support und Produktpflege kostet doch nur Geld und hält die Entwicklung neuer Produkte auf. Der Kunde hat doch schon bezahlt und sein Produkt bekommen. Was will er noch mehr? Im Zweifel muss er halt das neueste Produkt kaufen. Bestes Beispiel hierfür sind Mobiltelefone… Outsourcing in die “kostenlose” Community ist halt noch günstiger als nach China oder Indien. Nur konsequent…

  5. Wolfgang Pries

    @firefox
    Irgendwie kann ich Deinem Posting nicht entnehmen ob die von Dir gemachten Aussagen ernst gemeint sind.
    Support und Produktpflege sind ein Teil der Entwicklung und wer da schlampt kickt sich selbst. Siehe Siemens/Benq.
    Und Outsourcing ist in diesem Fall nicht konsequent sondern nur ein angeblich ‘genialer’ Zug der nur auf maximalen Gewinn getrimmten Manager. Das wird nur kurzfristig zum Erfolg führen.

  6. firefox

    @Wolfgang Pries
    Sorry, vielleicht hätte ich die Tags setzen sollen. Aber anders als in meinem Posting beschrieben kann ich mir die Denkweise der Manager die ein wie im Beitrag beschriebenes vorgehen propagiern nicht erklären.

  7. Markus Schulz

    Sehe da kein Problem. Der OP hat sich ein Gerät gekauft ohne sich vorher darüber zu informieren. Er bemängelt Schwachstellen, die das Gerät initial (also auch ohne OSS Zusätze) hat. Ergo -> er hat einfach ein mangelhaftes Produkt eines Herstellers gekauft.

    Wenn der Hersteller auch mithilfe von OSS Geld verdienen will, kommt er um das Testen und Sicherstellen der Funktionalität des Produktes weiterhin nicht drumherum, sonst kauft es nämlich keiner (bzw. zu wenige).

    Desweiteren kann man auch der GPL die “Schuld” in die Schuhe schieben (für die Entstehung von OSS Mehrwert), der Hersteller wurde vermutlich zur Offenlegung gezwungen (was ich auch gut finde). Das jetzt OSS Entwickler daran weiterentwickeln kann für den Kunden doch nur ein Mehrwert sein, ohne das der Hersteller sich darauf berufen kann.
    Schließlich kauft der Kunde das Produkt ja vom Hersteller, wenn der Kunde also kein Interesse an Mehrwert durch OSS hat, wird er das Produkt zurückgeben, wenn es in der verkauften Variante einfach nicht so funktioniert wie versprochen. Da kann der Hersteller nichts abwälzen.

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