Viel Rauch um nichts

Seit Jahren macht die Business Software Alliance (BSA) viel Geräusch um die angeblich ausufernde Raubkopiererei. Große Abschreckkampagnen (siehe Foto) werden gefahren, um die Täter angemessen zu kriminalisieren und die Öffentlichkeit wachzurütteln. Raubkopieren ist kein Kavaliersdelikt, sondern Diebstahl, lautet die Botschaft.

bsa2.jpg

Und jetzt das: Im Jahr 2006 mussten deutsche Unternehmen - dank der “hervorragenden Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaften - 1,1 Millionen Euro an Schadenersatz und Nachlizenzierungen zahlen. Mit Verlaub: In Relation zu den vielen Milliarden Euro, die die in der BSA vertretenen IT-Unternehmen jährlich einnehmen, ist das ein Fliegenschiss.

Nun liegen verschiedene Schlüsse nahe:

  1. Die Deutschen sind ehrlich. Die Softwareindustrie hat grundlos den Teufel an die Wand gemalt. Die BSA kann ihre Arbeit einstellen.
  2. Die Deutschen sind unehrlich, aber schlau. Die BSA ist trotz immensen Aufwands nicht in der Lage, sie zu fassen.
  3. Die Deutschen sind unehrlich, aber keine Denunzianten. Sie finden es nicht so gut, dass Mitbürger auf der BSA-Site dazu aufgefordert werden, anonym Mitbürger und Unternehmen anzuschwärzen.
  4. Dis BSA war von Anfang an nur ein Fake. Die Softwareindustrie hat sie gegründet, um Raubkopierer abzuschrecken und gegenüber der Polizei eine Lobby zu haben. In Wirklichkeit geht sie aber nur hier und da Alibi-mäßig gegen Sünder vor.

Jedenfalls wünsche ich der BSA, dass sie auch in Zukunft genügend Datenträger mit Raubkopien auftreibt, um diese auf den Marktplätzen der Innenstädte mit einer Dampfwalze hinzurichten. Wenns nicht reicht: Bei Saturn gibts derzeit günstige Rohlinge…

3 Reaktionen zu “Viel Rauch um nichts”

  1. Wolfgang Pries

    Wer ein Programm regelmäßig nutzt sollte eine Original-Version besitzen. Wer sich eine illegale Programmkopie besorgt, das Programm installiert und anschließend wegen untauglichkeit wieder von der Platte schmeißt, ist in meinen Augen kein Raubkopierer. Auch ist das Wort ‘Raub’kopierer vollkommen falsch gewählt. Aber sind wir doch mal ehrlich. Wäre der C64 so ein Erfolg geworden, wenn es nicht die zahlreichen illegalen Programmkopien gegeben hätte. Selbst Winzigweich hat doch von den illegalen Windows-Kopien profitiert. Das Programm wurde schneller verbreitet als es mit dem normalen Verkauf möglich gewesen wäre. Mehr XP-Nutzer, mehr Software-Hersteller welche sich auf XP einschießen. Wenn ich dann als Otto-Normalverbraucher vor der Wahl stehe welches Betriebssystem nehme ich, dann wähle ich das mit dem größten Software-Angebot und/oder das, was mein Nachbar auch hat.
    ‘Ein Teufelskreis!’ (Zitat TV-Kaiser)

    Übrigens. Das Bild ist total lächerlich. Zwei Hampelmänner mit verdecktem Gesichtern vor ein paar Rappelkisten. Super Ausbeute Leute. Eins Plus. Setzen.

    Wolfgang

  2. Michael

    Hatte die BSA nicht schon seit ihrer Gründung viel zu wenig Mitarbeiter um überhaupt effektiv Kontrollen durchführen zu können? Imho triffts Punkt 4 am ehesten…

  3. Roland

    Siehe auch Umweltschutz: Den Deutschen wird erzählt, wenn ihr die CO2 Emmsion senkt, rettet ihr das Weltklima.

    Vielleicht sollte man mal untersuchen, ob die Zahl der “Raubkopien” in Asien/Osteuropa proportional zur dortigen Umweltverschmutzung ist. Kann mir schon vorstellen, das die Masse dort entsteht.

    ;-)

Einen Kommentar schreiben


Close
Powered by ShareThis