Phrasendrescher

Die britischen Marktforscher von Coleman Parkes Research haben eine Hitliste der nervigsten Beraterphrasen herausgebracht (hier nachzulesen). Leider gibt es kein deutsches Pendant, doch einige der auf der Insel gebräuchlichen Dummsprüche finden auch unter hiesigen Beratern reichlich Gebrauch, etwa “am Ende des Tages” oder “Synergien heben”.

An Anglizismen wie “supporten”, “outsourcen” haben wir uns gewöhnt und sie – zugegeben – auch ins CW-Vokabular übernommen. Aber müssen wir Ausdrücke wie “Kapabilitäten” statt Fähigkeiten und “Nordics” statt Skandinavien akzeptieren, die Manager mittlerweile in Gespräche einfließen lassen? In Ihren englisch/deutschen Parallelwelten verlieren immer mehr Manager die Orientierung.

Zum Thema Phrasen und was sie eigentlich bedeuten fällt mir noch eine Begebenheit aus meiner Zeit als Programmierer ein. In einem kleinen Ingenieursbüro habe ich ein Programm zum erkennen von Unwuchten in Autoreifen geschrieben. Projektleiter war damals ein chinesischer, deutschsprachiger Kollege. Meine Fortschritte beziehungsweise Testläufe hat er regelmäßig mit dem Ausspruch “Das sieht gut aus!” quittiert. Für mich hieß das: “Da gibt es aber noch einiges zu tun.” Also noch mal ran.

4 Reaktionen zu “Phrasendrescher”

  1. paul

    Wo findet man die Hitliste der nervigsten Beraterphrasen? Danke.

  2. Joachim Hackmann

    Das Original gibt es hier

    http://www.consultant-news.com/article_display.aspx?p=adp&id=3542

    die Übersetzung der CW, die Meldung dazu auf der CW-Homepage sowie die Verlinkung im Blog folgt alsbald (ich habe nicht mit einer sooo schnellen Reaktion gerechnet)

  3. Heinrich Vaske

    Das OLG Düsseldorf hat im November 2005 entschieden: dass “bloße Leerformeln” oder die “Aneinanderreihung von Selbstverständlichkeiten” keine Beratungsleistung darstellen. Wer sagts denn?

  4. Björn Waide

    Kleiner Hinweis zu einem Übersetzungsfehler im CW-Artikel, der leider immer wieder zu finden ist: “At the end of the day” bedeutet nicht etwa “am Ende des Tages”, sondern “letzten Endes”, “schließlich”, “zu guter Letzt” oder auch “schlußendlich”. Die Wendung “am Ende des Tages” - sofern nicht tatsächlich der Abend gemeint ist - gibt es in der deutschen Sprache nicht.
    Weitere Informationen z.B. unter
    http://www.pr-kloster.de/2006/11/14/machen-politiker-am-ende-des-tages-eigentlich-sinn/

    “Am Ende des Tages” ist an Ihrem Artikel aber natürlich viel Wahres dran! :-)

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