“Stop the information monopoly”, empfiehlt die Google-Konkurrenz
Eine merkwürdige Marketing-Kampagne hat die Agentur Publicis (genauer: deren Tochter Fallon Worldwide) vor einigen Wochen für den Kunden Ask.com in Großbritannien gestartet. “Stop the online information monopoly” agitiert das Unternehmen in TV- und Radio-Spots, auf Plakatwänden und im Internet gegen Google. Dabei tun die Macher der Suchmaschine Ask.com so, als hätten sie nicht weniger als die Rettung der Menschheit im Sinn. Weder Ask.com noch Google werden erwähnt, statt dessen wird der Betrachter auf die Website www.information-revolution.org verwiesen, wo er wie bei einer Petition Unterschrift und E-Mail-Adresse zurücklassen kann.
Der Hintergrund: Rund drei Viertel aller Internet-Suchabfragen in Großbritannien laufen über Google. Es folgen Yahoo und Microsoft und - mit 4,3 Prozent - Ask.com. Das ist dem New Yorker Internet-Milliardär Barry Diller, zu dessen Imperium Interactive Corp. Ask.com gehört, nicht genug. Also wird geklotzt, die Taschen sind schließlich tief genug. Dass die Agentur damit möglicherweise ein Eigentor geschossen hat, wird unter der Rubrik “kalkuliertes Risiko” verbucht. Viel zu verlieren hat man auf der Insel nicht. Teil 2 der Kampagne ist schon geplant.
Wer bei Ask.com den Suchbegriff Google eingab, erhielt übrigens für kurze Zeit das Suchergebnis “Don’t be a droid - use different sources for information” und fand einen Link zur Anti-Google-Site. Ask.com hat das schnell wieder geändert. Offenbar haben die Besucher der Site für diesen Spaß kein Verständnis gehabt.

Am 13. April 2007 um 20:01 Uhr
Denke, das nimmt Google mit Humor und sportlich. Hier in Deutschland fragt man sich ohnehin, wer wohl “ask.com” sein soll.. ;-)
Wenn schon die IT-Macher Web 2.0 aus der Box und am liebsten von IBM kaufen wollen (siehe aktuelle CW 15/2007, Seite 2, Kolumne von H. Vaske) - mit wie viel Know How mag dann wohl der durchschnittliche Surf-Normade unterwegs sein…?
Wie wenig ernsthaft die Agentur mit dem Thema umgeht, zeigt wohl der oben angeführte Versuch, bei der Eingabe von “Google” besonders witzig sein zu wollen. Wahrscheinlich hat man vermutet, damit eine virale Kampagne über die Welt anzünden zu können. Doch im Kern ist es ja nichts anderes, als die Ergebnisse einer Suchmaschine dokumentiert für Marketingzwecke zu manipulieren. Die Besucher haben das zu Recht übel genommen. Ob man daraus lernt, wird sich wohl in Phase zwei zeigen. Wie sind gespannt…
Am 13. April 2007 um 21:51 Uhr
Naja, die Überschrift “Stop the information monopoly” sagt es sehr deutlich.
Der, der heute die Informationsmacht hat steht vorne. Das ist momentan Google. Der der vorne steht ist in der Demokratie angreifbar. Das ist Microsoft und auch Google.
Die vielen rechtlichen Schlachten haben Microsoft desshalb nicht geschadet, weil sie wie Google viel zu viel Geld verdient haben.
Und da Geld immer regiert, ist es in der Demokratie legitim gerade in der Demokratie fast ALLES zu versuchen dies zu ändern.
Jedenfalls bleibt es spannend…