Outsourcing führt zu Entlassungen
Mit Outsourcing erzielen Unternehmen nur dann wirklich Spareffekte, wenn die bisher mit der ausgelagerten Aufgabe betrauten Mitarbeiter entweder mit neuen Tätigkeiten beauftragt oder wenn sie entlassen werden. Alles andere ist ökonomisch nicht sinnvoll. Schließlich muss die eingekaufte Leistung bezahlt werden.
Woher sollen die benötigten Mittel kommen, wenn nicht durch Personaleinsparung.Daran ändert auch der Hinweis auf den strategischen Anspruch eines Outsourcing-Projektes nichts. Die bisher aufgewendeten internen Ressourcen müssen ökonomisch gesehen ganz oder zumindest teilweise abgebaut werden. Alles andere ist Augenwischerei.
Deshalb müssen Unternehmen, die IT-Aufgaben auslagern, nicht nur die Kosten für die eingekaufte Leistung berücksichtigen, sondern auch den nötigen Personalabbau berechnen. Mitarbeiter solcher Unternehmen sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie ihren Job verlieren können, wenn in ihrem Arbeitsbereich Outsourcingpläne ausbaldovert werden. Und selbst wenn sie – was heute nur noch eingeschränkt der Fall ist – vom Outsourcer übernommen werden, dann immer öfter zu schlechteren Bedingungen, wie das Beispiel A&O zeigt. Da hat zwar ein Outsourcer von Field-Services andere Dienstleister gekauft, aber das Prinzip ist das gleiche: Um auf eine ordentliche Marge zu kommen, muss gespart werden, und einen Teil dieser Kostenreduktion erzielen diese Anbieter über geringere Entgelte für Mitarbeiter.
Ob man das nun gut oder schlecht findet, ist eine Frage der Perspektive. Fakt ist allerdings, dass sich Unternehmen und Mitarbeiter auf das Thema Outsourcing als einen wichtigen Teil des globalen Wirtschaftens einstellen müssen. Die weltweite Arbeitsteilung schafft immer mehr Möglichkeiten, auch IT-Aufgaben bei definierter Qualität an einen möglichst preiswerten Dienstleister zu übergeben. Was heute auf Anwenderseite oft noch als eine Frage der Philosophie und des Geschäftsmodells behandelt wird, dürfte in ein paar Jahren ökonomische Notwendigkeit sein. Den Mitarbeitern bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die neuen Bedingungen einzustellen. Das bedeutet vor allem zwei Dinge: Sie müssen in ihrem Arbeitsbereich ständig auf der Höhe der Zeit bleiben, damit sie im Fall der Auslagerung und des eventuellen Jobverlusts attraktives Know-how vorzuweisen haben. Zweitens sollten sie in ihrer Karriereplanung möglichst in die Bereiche der IT vordringen, die nah am Business sind.
Am 25. April 2007 um 20:01 Uhr
Nun, das ist EINE Sichtweise der Dinge. Nicht ganz falsch aber halt nur eine Seite der Medaille. Zugegebener Weise eine die die Business Yuppies gerne anwenden: Leute raus, Kohle gespart, Boss ist zufrieden und ich krieg auch (eine Kleinigkeit) vom Kuchen. Ein paar Jahre später kommen die meisten drauf auch sie sind mal and der Reihe.
Die ANDERE Sichtweise läuft halt nicht nur dem schnöden Mammon nach, sonder geht davon aus, dass man wirklich gewinnen kann. In dem ich jemanden etwas machen lasse, was der einfach besser kann UND ich mich auf das konzentrieren kann, was ich kann. Auf das Unternehmen umgelegt: Ich beschäftige nicht selbst einen Gärtner, weil ich mich mit dem ganzen Grünzeug nicht auskenne - und auch nicht auskennen will - sondern verwende die Zeit um das zu machen was ich kann. Klar brauch ich vielleicht den eigenen (Halb-)Gärtner nicht mehr, aber der kann entweder beim Gärtner wirklich das machen was er kann und machen will - nämlich Gärtnern - und bekommt auch dort die notwendige Unterstützung weil es dort die Kernkompetenz ist, oder läßt das Gärtnern, das er vielleicht ohnehin nur halbherzig gemacht hat und macht was Sinnvolles für mich (das Unternehmen).
Die fatale Annahme - leider oft auch das Verkaufsargument - ist, dass die Leistung in Zukunft billiger wird. Und da überbieten sich die Anbieter. Doch selbst schuld wer drauf reinfällt: WARUM SOLLTE JEMAND ETWAS BILLIGER MACHEN ALS ICH SELBST? Im Grunde hat er die gleichen Kosten, und will auch Kohle (sprich Profit) machen. Also warum? Also kann ich bei weniger Geld nur weniger Leistung erwarten. Wie auch immer sich das ausdrückt, z.B. weniger Umfang, geringerer Qualität oder geringerer Flexibilität. Und das ist auch der Grund, warum so viele Outsourcing Projekte scheitern, weil viele erst später drauf kommen, dass sie nicht das geordert haben was sie wollten und brauchten, sonder was sie geglaubt haben zu haben. Klar kann es billiger werden - die so genannte “Economy of Scale” (oder einfach die Größe) erlaubt’s. Einerseits der einfache Mengenrabatt auf der anderen Seite effizienterer Betriebmitteleinsatz: unser Gärtner kauft größere Mengen zu geringen Preisen, oder dosiert mit einer besseren Maschine genauer und effizienter. Und die Maschine leistet er sich weil er diese bei mehreren Kunden effizienter nutzen kann. Der Gärtner kann dann nun aber auch anderen Kunden (privaten) Leistungen zu einem günstigen Preis anbieten, und so seinen Umsatz erhöhen.
Wichtig ist bei Outsourcing immer: Ich muss wissen was ich machen will und mit welchen Ziel? Wenn ich nur Kosten sparen will, mach ich den Betrieb am besten zu, dann hab ich keine Kosten mehr. Will ich Qualität verbessern, dann kann ich mit den richtigen Partnern dies sowohl für die Outgesourcte Leistung aber auch durch den intern gewonnen Freiraum erreichen.
Also bei “behirnter” Anwendung von Outsourcing, ist es durchaus ein Gewinn für das Unternehmen und die Mitarbeiter. Denn erfolgreiches Outsourcing setzt ein ausreichendes Maß an Nähe voraus, womit die Arbeit auch nicht beliebig in der Welt verschoben werden kann.
Eines aber bleibt unwidersprochen: die Mitarbeiter müssen in ihrem Arbeitsbereich ständig auf der Höhe der Zeit bleiben. Beim Outsourcer ist dies vielleicht einfacher, weil dort das Mitarbeiterwissen die Kernkompetenz ist.
Aber wie man sagt, beim Hobel fallen Späne. Und wer sich seine Bank selbst bastelt muss mit Schwielen an den Händen und Spänen im Hintern rechnen. Der Tischler dagegen kennt die Kniffe. So kann auch der Berater mit langjähriger Outsourcing Erfahrung die Sache mit dem Outsourcing glatt zu machen.
In diesem Sinne: ERFOLGREICHES OUTSOURCEN!